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Kleine Alltäglichkeiten...

Autor: Charlotte | Datum: 16 November 2011, 20:39 | Kommentare deaktiviert

Langsam kehrt so etwas wir Routine und Alltag ein, ich finde mich im Waisenhaus zurecht und muss bei immer weniger Sachen nachfragen. Auch beim Kiswahili merke ich leichte Fortschritte, auch wenn es noch ein langer Weg bleibt.  

 Kurz und gut, ich komme an. Das soll aber nicht heißen, dass jetzt alles im grauen Alltagseinerlei versinkt. Im Gegenteil, es gibt zwischendurch immer wieder großartige Momente. Ein paar will ich euch schildern:

- Als ich krank war (nur eine leichte Grippe, aber doch so, dass ich zwei Tage das Bett gehütet hatte), kamen viele Leute vorbei, um nach mir zu sehen und sich zu erkundigen, wie es mir geht.  Das hat mich wirklich gefreut!

- Unser Chor singt ganz professionell mit Mikrofonen, einem Keyboard und (sehr lauten) Speakern. Bei der letzten Probe wurde mir einfach das Mikrofon in die Hand gedrückt, mit der Aufforderung "Uimbe sasa" (Bitte, sing jetzt). Ich kannte das Lied nicht, hatte keinen blassen Schimmer von Melodie und Text- aber was sollte ich machen? Ich habe gesungen und damit für allgemeine Heiterkeit gesorgt. Und am Ende, als ich mich eingehört hatte, hat es auch ganz gut geklappt.

- Als wir neulich Stromausfall hatten (das ist nicht oft der Fall, aber manchmal eben doch), rollte eine Welle der Hilfsbereitschaft an. Die arme Charlotte muss essen, sie darf doch ihre mahips makubwa nicht verlieren (ja, richtig, das heißt "große Hüften":), es wurde mir bereits mehrfach freudestrahlend als Kompliment gebracht...)! Anitha hat für mich in der Küche des Waisenhauses mitgekocht, Martina brachte mir Mais und Edina heißes Teewasser. Und so konnte ich die drei Stunden Stromausfall unbeschadet überstehen. 

- Als ich neulich mit dem Dalla Dalla von Bukoba zurück nach Ntoma fahren wollte und schon in dem Kleinbus saß, kam ein anderer Dalla Dalla Fahrer zu meinem Fenster und fragte mich, ob ich ihn heiraten wollte. Anitha und ich konnten ihn gerade so abwimmeln, mit der Versicherung, wenn er mir seine Nummer gäbe, würde ich ganz bestimmt zurückrufen... Auf der Fahrt nach Ntoma haben wir die Nummer dann lachend aus dem Fenster geschmissen,  nicht ohne leichtes Bedauern (Wie schade, jetzt werde ich KEINEN vierzigjährigen muslimischen Dalla Dalla Fahrer heiraten...). Das nahm der Fahrer unseres Dalla Dallas dann aber als Ermutigung, nun seinerseits mich zu fragen, ob ich mir nicht vorstellen könnte, stattdessen IHN zu heiraten. Für den Rest der Fahrt waren Anitha und ich dann damit beschäftigt, diesen Fahrer abzuwimmeln.  Hinterher haben wir sehr gelacht!

- Ich habe jetzt meine Haare zu Rastas eng an meinen Kopf geflochten. Die Friseurin hat wirklich gute Arbeit geleistet: In nur zwei Stunden (in meiner Mittagspause) war alles fertig. Am Anfang juckte und zog es noch ein bisschen, aber jetzt habe ich mich daran gewöhnt. Und es ist so schön praktisch, dass ich mir jetzt nicht die Haare waschen muss. Das heißt fünf Minuten länger schlafen und Shampoo sparen (das es sonst nur sehr teuer in einem indischen Laden in Bukoba zu kaufen gibt- im Fido Dido, den Nadine und ich nur spöttisch den "duka la wazungu" nennen. Aber ich gebe es zu, manchmal kaufe ich mir dort auch mal ein paar Nudeln oder Chips...) 

Ich hoffe, das gibt euch einen kleinen Einblick. Ich entschuldige mich für die großspurige Ankündigung aus meinem letzten Blogeintrag, Fotos hochzuladen. Es hat nicht geklappt (wie man sieht). Es dauert einfach zu lange. Vielleicht funktioniert es ja noch mal an einem anderen Tag. 

Viele Grüße! Ich denke an euch! 

 

Fotos von den Kindern!

Autor: Charlotte | Datum: 12 November 2011, 08:31 | Kommentare deaktiviert

Heute habe ich nicht viel Zeit, zu schreiben. Die Uhr im Internetcafe tickt... Aber ich dachte, dass es definitv an der Zeit ist, ein paar Fotos hochzuladen. Also, seht und staunt:)

Mir geht es weiterhin sehr gut hier, ich lerne die Sprache und noch ein paar andere nuetzliche Dinge. 

Das naechste gibts wieder einen richtigen Eintrag, versprochen!

Ich denke an euch!

 

Kommen und Gehen...

Autor: Charlotte | Datum: 14 Oktober 2011, 18:43 | Kommentare deaktiviert

Letzte Woche hat sich im Waisenhaus einiges getan. Das älteste Kind, Jackie, noch nicht ganz zwei Jahre alt, wurde von ihrem Vater abgeholt und beginnt jetzt sein "neues Leben" im Dorf. Es ist mir sehr schwer gefallen, mich zu verabschieden, denn dieses kleine Mädchen ist mir sehr ans Herz gewachsen. Zudem wird ihr "neues Leben" wohl alles andere als leicht werden. Der Vater hat bereits neun weitere Kinder und wenig bis fast gar kein Geld. In der ganzen Zeit hat er seine Tochter nur ein einziges Mal besucht (zur Information: Die meisten Väter besuchen ihre Kinder aber schon regelmäßig). Ein bisschen gerate ich ins Nachdenken: Warum kümmern wir uns so gut um die Kinder in den ersten Jahren, geben ihnen genug zu essen und vor allem viel Liebe und Zuneigung, wenn die kommenden Jahre so schwer werden? Aber verallgemeinern sollte ich nicht: Vielen Kindern geht es auch gut hinterher "im Dorf" wieder in ihren Familien. Auch sonst werden hier die Kindern so gut wie möglich vorbereitet auf ihr zukünftiges Leben im Dorf. Laut meiner Chefin wurden die Kinder früher alle einzeln mit dem Löffel gefüttert und konnten nicht selber essen. Wenn sie dann zurück in die Familien gingen, kam es öfter vor, dass Kinder starben, weil sie so unselbstständig waren. Niemand nahm sich die Zeit, sie zu füttern, oder sah die Notwendigkeit, da die Kinder im Dorf alle gemeinsam um einen Topf sitzen und selber essen! Also wurde im Waisenhaus eingeführt, dass ebenso gegessen wird. Dann ist diese Woche ein kleines Mädchen ins Waisenhaus gekommen, gerade zwei Wochen alt. Die Mutter ist bei der Geburt gestorben. Das ist für mich fast unvorstellbar. Natürlich habe ich schon vorher von der höheren "Müttersterblichkeit" in Afrika/Tanzania gelesen, aber das ist etwas ganz anderes, als das kleine Kind tatsächlich zu sehen, friedlich am Schlafen, dick eingepackt in Decken. Dieses kleine Kind wird seine Muttter nie sehen. Es tut mir so leid. Und ebenso die Mutter: Da freut sie sich vielleicht während der Schwangerschaft auf ihr kleines Kind, freut sich schon, es in ihren Armen zu halten und dann stirbt sie kurz nach der Geburt an zu hohem Blutverlust und Erschöpfung. Wer rechnet denn damit? Entschuldigt bitte, dass ich so auf die Tränendrüse drücke, aber das Schicksal dieser Mütter und dieser Kinder geht mir nahe. Bei den meisten Kindern ist die Mutter nach oder während der Geburt gestorben. Oft bei Hausgeburten, manchmal aber auch in Dispensaries und Krankenhäusern. Es gibt hier keine Aidswaisen im Ntoma Orphanage und das finde ich fast erschreckend. Denn das zeigt ja, wie oft es vorkommt, dass eine Mutter während der Geburt stirbt! Etwas, das in Deutschland so gut wie nie passiert. Einige Kinder sind allerdings auch ausgesetzt worden, Vater und Mutter sind unbekannt. Von einem Kind im Waisenhaus weiß ich, dass es drei Tage lang im Wald gelegen hat, bevor es gefunden wurde. Die Mutter wurde allerdings ermittelt und vor Gericht gestellt. Wie verzweifelt müssen Mütter sein, die ihre Kinder aussetzen? Ich habe Mitleid mit ihnen und mit ihren Kindern. Ja, so ist das hier im Waisenhaus, jedes Kind hat sein eigenes Schicksal. Natürlich sind das traurige Geschichten, aber das dominiert nicht das Waisenhaus. Im Gegenteil, es ist ein fröhlicher Ort, an dem viel geredet, gesungen und gelacht wird. Den Kindern geht es gut hier! (Und mir auch...). Ich hoffe, euch gehts auch gut?:)

 

Schwimmen im Viktoriasee...

Autor: Charlotte | Datum: 25 September 2011, 20:05 | Kommentare deaktiviert

Heute war ich das erste Mal im Viktoriasee schwimmen! Eine junge Lehrerin (übrigens Kenianerin) der Haushaltsschule hatte mich eingeladen, mit zum Strand zu kommen. Also sind wir mit dem PikiPiki (=Motorrad-Taxi) zum "Ntoma Beach" gefahren.Was soll ich sagen: Vor mir ein traumhafter Anblick! Der Strand liegt in einer kleinen Bucht, umgeben von Felsen und alles ist so grün! Der Sand ist weiß und das Wasser wunderschön warm... Man könnte meinen, man ist am Meer, so weit und groß ist der See. Es gibt auch richtige Wellen! Fazit: Hier komme ich noch einmal hin!
(Den Bilharzose-Test  gibt es dann nächstes Jahr wieder in Deutschland...)

 

Geburtstag in Tanzania

Autor: Charlotte | Datum: 22 September 2011, 12:47 | Kommentare deaktiviert

Finally I have internet again! And since today my modem is working! That means that communication will be a lot easier from now on:)

Now I want to tell you about my birthday here in Tanzania. I turned 20 on September 14th, as you know... Now I am old!:) I wanted to do something special on that day, after all it was my birthday, so I invited all my coworkers to come over for "tea"- although in the end we did not drink tea at all...

Anitha- my "cooking teacher"- and I were baking cake ("Keki" in Swahili) and muffins (which burned of course). Anitha said though, that my guests would eat the muffins anyway, as they were "Africans and like that". Despite that a lot of muffins remained untouched on their plates as I could see it. It is incredible out of what rudimentary ingredients we made the cake: Butter, sugar and flour. That's it. They don't have recipes here, either, they cook, let's call it "from experience". Most of the time it all tastes really good here!

Then we went to the little shop here in the village and bought soda- coke, fanta, sprite. There is no party here in Tanzania where you cannot fain soda, it is a must at any celebration of any kind. Officially Christians are not allowed to drink alcohol here, by the way. At 7.30 in the evening my guests arrived and they all brought me flowers and even sang a little song for me. I was really touched! Then some people set up an antique cassette player and huge speakers and suddenly the room was filled with loud Tanzanian "gospel music"...

In the end, a lot more guests than Anitha and I expected came. Everyone who has anything to do at all with the orphanage came, meaning also the watchman, the man  wh sometimes sells eggs here and the little girl who lives next door. So Anitha and I went in the dark to buy more soda...

Back again, people prayed for me and my health and thanked me for the invitation. Then I decided to say some words as well- I was really VERY friendly:)- and thanked everyone for the warm welcome here and that everyone is helping me so much. Then my boss said a few nice words, stating that I am now everyone's "rafiki" (friend) and "ndugu" (relative) and always welcome everywhere- if I got that right, because it was all in Swahili...  One of my colleagues gave me a present- a piece of "beauty soap". As I got to know people always sing a little song here when someone unpacks a gift...

Then people started dancing and I though to myself: Now, Charlotte, you have to move your hips as well. Of course there was a lot of laughter, but everyone was happy that I at least tried to dance... And then it was time for my coworkers to go back to work, as the children were hungry.

And so my birthday ended with a lot of dishes to be done... It was a nice day and I am sure I will remember it for a long time- aven altough there was no hurricane:)

 

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