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Praktikum!

Autor: Charlotte | Datum: 10 Mai 2012, 14:09 | Kommentare deaktiviert

So, ein kurzes update gibts von mir heute:

Ich bin seit Montag im Praktikum. Erst werde ich zwei Wochen im Bukoba Town Health Center arbeiten. 

Danach werde ich fuer zwei weitere Wochen in Ilemera (das ist unser Partnerkirchenkreis) auf der dortigen Dispensary (auch eine Krankenstation) zu finden sein.

Ich freue mich sehr auf die neuen Erfahrungen!

Wie es war und was ich da gemacht habe, wird aber erst im naechsten Rundbrief verraten. Sonst bleibt mir ja gar nichts mehr dafuer uebrig...:)

Haya, liebe Leute, machts gut!

 

Easter Conference

Autor: Charlotte | Datum: 21 April 2012, 09:04 | Kommentare deaktiviert

Ostern ist zwar schon ein bisschen her, aber ich wollte euch nicht vorenthalten, was ich zu den Feiertagen gemacht habe.

Jede Ostern gibt es ein grosses Treffen von Jugendlichen, das ueber fuenf Tage geht und von der lutherischen Kirche organsiert wird. Ich habe fuer zwei Tage auch daran teilgenommen.

In etwa 1000 Schuelerinnen und Schueler von Sekundar-Schulen aus der Bukoba-Region quetschen sich in eine kleine Schule in Kashozi (ein kleines Dorf, ganr nicht so weit von Ntoma entfernt). Und dann gibt es Diskussionen, Vortraege, Theaterstuecke, Sing-Wettbewerbe...

Schueler/innen von der Homecraft-Schule aus Ntoma haben auch teilgenommen und das war wirklich schoen, so hatte ich meine Leute gefunden, mit denen ich diese Tage verbringen konnte.
Die Vortraege waren sehr interessant.
Ein Vortrag bescheaftigte sich mit dem Thema "Zauberei". Laut tanzanischem Gesetz ist es verboten, einen Menschen der Zauberei zu beschuldigen. Aber als einmal nachgefragt wurde, wie viele der Jugendlichen eigentlich an "so etwas" glauben, waren es eindeutig mehr als die Haelfte. Der Vortrag beschaeftigte sich dann damit, den Schuelern einzuimpfen, nicht zu "witch doctors" zu gehen und dem Teufel zu folgen, sondern der Kirche. Das war interessant und befremdlich....
Ein anderer Vortrag beschaeftigte sich mit dem Verhaeltnis von Christen und Muslimen in Tanzania. Die Anzahl der Christen und Muslime ist in etwa gleich in diesem Land, und deswegen wurde mehrfach betont, wie wichtig es ist, dass sich die beiden Glaubensrichtungen vertragen. Sowohl ein christlicher Pfarrer, als auch ein muslimischer Angestellter der Stadt betonten beide die Gemeinsamkeiten der beiden Religionen. Bei der anschliessenden Fragerunde traten fast erschreckende Vorurteile zu Tage. Zum Beispiel wurde der muslimische "Experte" gefragt, warum Muslime bei Toten die Organe entnehmen, bevor sie beerdigt werden. Das stimmte nur leider nicht mit keinem einzigem Wort... 

Besonders hat mir natuerlich der Singwettbewerb gefallen. Alle Schulen hatten sich enorm ins Zeug gelegt und wochenlang dafuer geprobt. Entsprechend stimmungsvoll war es dann auch. Am Ende hate "meine" Schule Ntoma den dritten Platz belegt. Da haben wir uns sehr gefreut!

Ich wollte eigentlich mit den Schuelerinnen der Homecraft-School in einem Klassenraum auf einer Matratze auf dem Boden schlafen. Aber das wurde mir leider nicht erlaubt. (Weil ich empfindlich und WEISS bin...:)). Also habe ich mit den Aufsichtspersonen und Lehrern in einem Klassenraum auf dem Boden auf einer Matratze geschlafen, nur in einer anderen Schule. Wo da gross der Unterschied war, habe ich noch nicht verstanden. Aber sie haben es ja gut gemeint.

Meine Anwesenheit blieb natuerlich nicht unbemerkt bei den Schuelern und bei der abendlichen "Comedyshow" wurde auch ich ordentlich aufs Korn genommen. Schon schoen, wenn in etwa 1000 Augenpaare auf dich gerichtet sind und alle ueber dich lachen... Aber ich habe es mit Humor genommen.

Dann war die Easter Conference auch schoen wieder vorbei. Schoen wars und die Erinnerung wird mir bleiben.:)

 

 

Trip nach Mwanza

Autor: Charlotte | Datum: 09 April 2012, 11:30 | Kommentare deaktiviert

Im letzten Monat war meine beste Freundin Lena mit noch einer Freundin von ihr, Maike, zu Besuch bei mir in Tanzania.
Heute sind sie wieder abgereist (schnief), liebe Lena, wenn du das liest, ich freue mich schon, wenn wir uns in fuenf Monaten wiedersehen! Es war so schoen, dass du da warst!:)

So genug, der kitschigen Erguesse.

Ich wollte von einem gemeinsamen Ausflug erzaehlen. Wir haben uns relativ spontan entschlossen, dass wir uns zusammen Mwanza anschauen wollten. Mwanza ist die zweitgroesste Stadt Tanzanias und liegt, genau wie Bukoba, am Viktoriasee. Zwischen den beiden Staedten verkehrt eine Nachtfaehre. (Eine kleine Hintergrundinformation: Dieses Schiff ist 1998 gesunken - wegen Ueberladung- und in etwa 1000 Menschen sind dabei gestorben. Das war - laut Wikipedia- die groesste Katastrophe der zivilen Schifffahrt auf einem Binnensee. Aber seit diesem Unglueck wird darauf geachtet, dass die Faehre nicht ueberladen wird.  Es ist also relativ sicher, damit zu fahren.)

Wir sind am Mittwoch abend in das Schiff gestiegen und haben relativ komfortable Kabinen in der ersten Klasse gehabt. Das heisst, da war ein Hochbett drinnen... und noch sonst was? Ach nee... Das wars ja.
Ein bisschen uebermuedet kamen wir am naechsten Morgen in Mwanza an. Der Tag war von Orientierungslosigkeit gepraegt. Wir kannten uns eben uns nicht aus und haben uns durch die Grossstadt treiben lassen. Hauptsaechlich waren wir auf dem riesigen Markt. Das war schon echt beeindruckend! So viele Sachen im Angebot! Ich musste mich wirklich zusammenreissen, nicht alles leer zu kaufen...
Und ein bisschen waren wir auch am Viktoriasee. Da gibt es am Hafen einen Blick auf eine eindrucksvolle Steinformation. (Mwanza wird uebrigens auch"die Felsenstadt" genannt, und die Felsen sind wirklich wunderschoen!). Mitten auf einem grossen Felsen steht ein kleinerer Felsen, komplett "freistehend". Der sieht aus, als koenne er jederzeit umfallen oder vom Wind umgepustet werden, aber bis jetzt hat er sich hartnaeckig durch die Jahrhunderte gehalten. Als die deutschen  "Kolonialherren" damals dieses Gebilde sahen, haben sie den Felsen "Bismarckfelsen" genannt, weil der Stein sie an Bismarcks Standfestigkeit und seinen eisernen Willen erinnerte.Heute ist er das Wahrzeichen von Mwanza.

Dann ging es abends auch schon wieder zurueck mit dem Schiff. Diesmal allerdings in der dritten Klasse, denn das Schiff war total ausgebucht wegen Ostern. Die dritte Klasse befindet sich im Schiffbauch und boese Zungen witzelten schon, dass bei einem moeglichen Sinken des Schiffs  wie bei der Titanic die Tueren abgeschlossen werden und die Passagiere nicht mehr herauskoennen.Ich habe dann wie in etwa 200 andere Passagiere auf dem Boden geschlafen, in einen Kanga eingewickelt. Als ich nur muede genug war, ging das auch ganz gut. Und die Gemeinschaft war irgendwie cool! "Oh, dir ist kalt?- Hier nimm meinen Sweater.". "Du musst aufs Klo?- Kein Problem, ich passe auf deinen Platz auf!". "Hoer auf, die Weisse zu belaestigen, das ist meine Schwester!".
Ich war ziemlich fertig, als wir am naechsten morgen wieder in der Bukoba-Region ankamen. Aber ich wa rum eine (gute) Erfahrung reicher.

Das ihr auch viele gute Erfahrungen macht, wuensche ich euch! Machts gut!:)

 

Gestatten: Frau Pfarrerin Weber...

Autor: Charlotte | Datum: 17 März 2012, 06:47 | Kommentare deaktiviert

Liebe Leute!

Ich hoffe, es geht euch gut. Hier ist alles gut so weit, "naendelea vizuri", ich "mache gut weiter", wie man so schoen auf Kiswahili sagt.

Ich wollte euch von einer Begebenheit erzaehlen, die letzte Woche geschehen ist. Jetzt in der Fastenzeit gibt es jeden Dienstag, Mittwoch und Freitag Andachten. Diese Andachten finden immer bei jemand anderem zu Hause statt. Ich kann zwar nicht immer teilnehmen, aber ich bemuehe mich, da aufzutauchen. Das macht naemlich einen guten Eindruck im Dorf und ich sehe zudem noch verschiedene Haeuser von Gemeindemitgliedern "von innen" und bekomme einen Eindruck davon, wie die Leute hier so leben.

Bei einer dieser Andachten wurde am Ende eine Person gesucht, die den naechsten Gottesdienst anleitet. Grosses Schweigen, peinliche Stille, alle schauen etwas betreten zu Boden... Da laesst der Gemeindepfarrer seine Stimme ertoenen: "Charlotte ataongoza ibada hii!" - zu Deutsch: "Charlotte wird diesen Gottesdienst leiten.". Und dem Pfarrer, einer Respektsperson, kann man nicht widersprechen. Also habe ich mich eine ganze Woche lang gewissenhaft vorbereitet, alle Lieder rausgesucht, jedes einzelne Wort der Predigt aufgeschrieben und nichts dem Zufall ueberlassen.....

Ja, OK...nicht. Wer mich kennt, weiss, dass das nicht stimmen kann. Es lief dann darauf hinaus, dass ich mich am Abend vorher hingesetzt habe und ein paar Gedanken zum Text aufgeschrieben habe. Lieder habe ich am naechsten Tag spontan rausgesucht. Die Gebete habe ich noch schnell im Daladala auf der Rueckfahrt nach Ntoma geschrieben.

Es lief trotzdem ganz gut. Ich war wirklich erleichtert, als die Andacht vorbei war. Und ich habe daraus die Erkenntnis gewonnen, dass ich doch schon ganz gut Kiswahili kann. Es reicht zumindest fuer eine Predigt, wenn auch nur eine mit "Alltagssprache", denn kompliziertere Woerter kann ich nicht. Am Ende haben mich die Leute beglueckwunscht, aber ich haette im Grunde auch ueber das Wetter predigen koennen und die Leute haetten sich gefreut.

Es war ein "changamoto kubwa", eine grosse Herausforderung, aber ich habe sie gemeistert:). Theologie werde ich, glaube ich, trotzdem nicht studieren... 

 

Vom Vergessen...

Autor: Charlotte | Datum: 14 März 2012, 06:55 | Kommentare deaktiviert

Liebe Leute!

In letzter Zeit war ich etwas inaktiv auf meinem Blog... Das liegt (auch) daran, dass ich mein Passwort fuer meinen Blog vergessen hatte. Dank Christians Hilfe habe ich jetzt ein Neues und kann euch in Zukunft wieder mit "neuen habaris" aus Tanzania versorgen.
Jaja, manche Dinge aendern sich nie und ich bin immer noch so schusselig und "unkluemich" wie in Deutschland. So habe ich noch ganz andere Dinge vergessen, wie zum Beispiel die Geheimzahl von meinem tanzanischen Bankkonto hier. Aber auch das Problem wurde nach einem kleinen Kampf mit der tanzanischen Buerokratie (und aufdringlichen, heiratswilligen Bankangestellten) erfolgreich geloest und ich habe eine neue Bankkarte.
Weiterhin vergesse ich regelmaessig, wo ich meine Schluessel hinlege und das hat schon zu manchem kleinen Herzinfarkt gefuehrt. Gott sei Dank habe ich nette Arbeitskolleginnen, die mir beim Suchen helfen...
Ich hoffe, es handelt sich nicht um Alzheimer im Fruehstadium...

Jetzt, wo das "Blog-Problem" geloest ist, werde ich hier auch wieder "draufschreiben". Freut euch auf naechstes Wochenende, wenn ich wieder fuer laengere Zeit Internet habe:).

Ich denke an euch! Machts gut!

Eure Charlotte

 

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